Lichtgestaltung mit Wabe

Fotografie besteht hauptsächlich aus dem Spiel mit Licht und Schatten. Und so wendet der Fotograf und die Fotografin viel Zeit damit auf, Licht zu kontrollieren, Schatten zu erzeugen oder vorhandenes Licht so zu lesen, bis das „perfekte Licht“ gefunden ist.

In der Studiofotografie bedeutet das, ich suche nach passenden Lichtformern für meine Blitze, die mir erlauben, das Licht und die Schatten genau meinen Wünschen an das spätere Bild anzupassen.

Die Unterschiede liegen dann vor allem in der Größe und Form der einzelnen Lichtformer. Welcher wann und wofür eingesetzt werden kann, soll hier nicht Thema sein, sondern ein besonderes Zubehörteil für diese einzelnen Lichtformer: die Wabe.

Waben helfen, den Streuwinkel des Lichts einzuschränken und das Licht so besser und kontrollierter auszurichten. Besonders in engen Räumen passiert es, dass das Licht dann nicht mehr richtig zu kontrollieren ist und wild im Raum „herum bounct“. Die Wabe hilft, das zu eliminieren und das Licht genau dahin zu lenken, wo ich es haben möchte. Durch die Konzentration der Lichtrichtung betone ich zusätzlich noch mein Motiv, weil die Umgebung nicht mehr soviel Streulicht abbekommt und damit dunkler wird als das Hauptmotiv.

Beispiel Beautydish ohne und mit dem Einsatz einer Wabe:

 

Der Unterschied ist deutlich. Daher meine Empfehlung: wenn du mit dem Gedanken spielst, dir einen Lichtformer (zum Beispiel auch für den Aufsteckblitz) zu kaufen, dann achte darauf, dass dieser mit einer Wabe geliefert wird. Denn so hast du noch viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten als ohne.

Beispiel mit dem Aufsteckblitz.

Hier sind noch die Vergleichsbilder mit dem Aufsteckblitz ohne einen besonderen Lichtformer. Die Bilder wurden zuerst ohne Wabe mit breitem Streuwinkel, dann mit engem Lichtkegel und zuletzt mit Wabe fotografiert.

 

Im Gegensatz zu Diffusoren hast du mit dem Einsatz von einer Wabe keine Einbußen bei der Lichtausbeute. Die Bilder sind alle mit den gleichen Einstellungen an den Blitzgeräten gemacht.

Wie das in der Praxis ausschaut, zeigt auch noch mal dieses kleine Video, in dem ich den Einsatz bei einer Facebook Live-Übertragung gezeigt habe. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Einsatz von Waben

Gepostet von Photolodge am Donnerstag, 5. Oktober 2017

 

Der Workshop, bei dem du diese und viele weitere Lichttechniken kennen lernst, ist der See the Light Workshop.

Für alle, die noch gar nicht wissen, wie Blitz und seine entfesselte Steuerung funktioniert, gibt es den Workshop: Blitzen Basics mit dem Aufsteckblitz. Danach kannst du deinen Blitz steuern und mit künstlichem und natürlichem Licht spielen.

Wir freuen uns auf deine Anmeldung. 

Available Light Fotografie im Karneval (Geisterzug in Köln)

Im Karneval hat man die wunderbare Möglichkeit Menschen nach einem Foto zu fragen bzw. ihnen so nah zu kommen, ohne dass sie so reagieren, wie es wahrscheinlich im normalen Alltag geschehen würde. Das Gesicht ist hinter einer Maske versteckt, dazu die Feierlaune und das Kölsch – die Meisten sagen da nicht nein zu einem schönen Foto.

Ich habe dieses Jahr den Jeisterzoch (Geisterzug) besucht, der abends ab 19.00 Uhr stattfindet. Um dort stimmungsvolle Bilder zu schießen, habe ich auf Blitzlicht verzichtet und das ‚Available Light‘ genutzt.

Folgendes solltet Ihr beachten, wenn Ihr dort ebenfalls fotografieren möchtet.

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Das Wichtigste zuerst!

Schaut die Menschen mit einem Lächeln an und gebt mit einem Wink der Kamera zu verstehen, das Ihr sie fotografieren wollt. Die Leute schauen Euch dann meistens direkt an und lächeln zurück oder machen witzige Grimassen. Viele bleiben sogar stehen, halten still und geben Euch auch im Dunkeln die Zeit zu fokussieren. Das waren bei mir dann wohl verkleidete Profifotografen/innen. 🙂

Nicht im Automatik-Modus fotografieren!

Die Kameraautomatik wird all das machen, was Ihr bei Available Light Fotografie nicht machen wollt, z.B. den Blitz ausklappen. Hier ist zumindest das Fotografieren im P-Modus (Programmautomatik) oder der Zeitvorwahl sinnvoll.

Available Light, d.h. auch künstliches Umgebungslicht nutzen!

Stellt Euch so an den Straßenrand, dass ihr möglichst hinter Euch oder von schräg oben hinten vorhandene Beleuchtung nutzen könnt. Ich habe vor einem halbwegs gut beleuchteten Schaufenster gestanden, sodass zumindest etwas Licht auf die Gesichter fiel, wenn mich die Leute angeschaut haben. Auch die Straßenlaternen konnte ich nutzen: ich habe mich nicht direkt unter eine Laterne gestellt, da das Licht sonst Schatten in der Augenhöhlenpartie der Karnevalisten geworfen hätte –  also habe ich mich einfach ein Stück davor aufgestellt.

geisterzug-5376-2Eine möglichst lichtstarkes Objektiv benutzen!

Ich habe eine 50mm Festbrennweite genutzt, da diese viel(!) lichtstärker ist als ein Standard-Zoom. Die Offenblende stellt die Gesichter zudem sehr schön vom Hintergrund frei.

50mm Brennweite (im Vollformat) ist zudem ideal, um einerseits Closeup-Portraits zu schießen und andererseits auch Szenerien mit vielen Menschen noch bildfüllend abzulichten.

Schießt Eure Fotos im RAW-Format!

Ein nachträglicher Weißabgleich ist so möglich, wenn Eure Fotos z.B. abwechselnd gelbes Licht einer älteren Laterne oder kühleres Leuchtstoffröhrenlicht eines Schaufensters abbekommen.

Eine ausreichend kurze Verschlusszeit wählen!

Bei sich langsam bewegenden Personen kommt man mit 1/125 Sekunden gerade hin. Bei Personen, die stehen bleiben und still halten kann man auch noch mit 1/50 Sekunden brauchbare Ergebnisse erzielen. Achtung: der Bildstabilisator des Objektivs (bzw. der Kamera bei Sony) hilft nur bei Verwacklungsunschärfe, niemals bei Bewegungsunschärfe des Objekts.

Kennt die größtmögliche bzw. größte nutzbare ISO-Zahl Eurer Kamera!

Größtmögliche: die maximal einstellbare ISO-Zahl Eures Kameramodells. Größte nutzbare: ab wann wird das Bildrauschen tatsächlich so groß, dass Eure Fotos einfach nicht mehr schön anzuschauen sind.

Aller klar? Oder vieles unklar? Dann schaut hier nach einem für Euch geeigneten Photolodge-Kurs!

Beste Grüße
Jörg

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Gewusst wie: Belichtung

Auf Google+ und Facebook haben wir so ein kleines Bilderrätsel schon mal gemacht. Ab jetzt machen wir diese Rätsel auf dem Blogg und freuen uns auf Eure rege Teilnahme.

Belichtung?

Diese beiden Bilder wurden an exakt der gleichen Stelle, zu gleichen Zeit (nur wenige Momente liegen dazwischen) mit exakt den gleichen Umgebungsbedingungen fotografiert. Beide Bilder entstanden an einem sonnigen Mai Nachmittag, die Position von Fotograf und Modell war bei beiden Bildern die gleiche.

Bild 1

Marjam-8918

Bild 2

Marjam-8998

Die Frage

Unsere Frage: wie entsteht der Unterschied dieser beiden Fotos? Wie wurde die Belichtung gewählt? Was wurde wo eingesetzt und wie sahen die Einstellungen aus?

PL-Band-6655Die 3 genauesten Beschreibungen gewinnen ein Photolodge-Blenden Armband und einen 15 Euro Rabatt-Gutschein für seine nächste Bestellung im Photolodge Shop.

Wir freuen uns auf eure Ideen. Einfach unten in die Kommentare posten, die Lösung liefern wir am Sonntag, den 1. Juni hier im Blogg. (bitte keine Mailadressen oder Adressen in den Post schreiben, wir melden uns und fragen die Daten bei den Gewinnern per Mail an. Eure Mailadresse wird nicht veröffentlicht im Kommentar!)

#Edit: Die Auflösung.

Vorab erst einmal vielen Dank für die rege Teilnahme, sei es hier in den Kommentaren oder per Mail, Facebook oder Google+. Es kamen einige interessante Vorschläge zusammen.
Die Hauptunterschiede liegen in der Belichtung des Hauptmotivs, unserem Modell. Bei Bild 1 hat Ömer völlig recht: Ich habe eine Spotmessung unter dem Auge gemacht, um das Gesicht richtig zu belichten. Das Modell steht bei beiden Aufnahmen im Schatten eines großen Baumes, deshalb brennt der Hintergrund bei dieser Aufnahme so schön aus, da er fast 2 Blenden überbelichtet ist.
Da die Spotmessung immer recht knifflig in der Anwendung ist, habe ich eine Messung gemacht und danach die gemessenen Werte in den manuellen Modus (M) der Kamera übertragen. So konnte ich mir sicher sein, dass alle Bilder aus der Serie die gleiche Belichtung und damit Lichtstimmung haben.

Bei Bild 2 haben ich bei der gleichen Ausgangssituation Blende und Zeit soweit herunter gedreht (Blende geschlossen und Verschlusszeit verkürzt, bis mir die Belichtung vom Hintergrund gefallen hat. Da dieser in der vollen Sonne, mein Modell aber im Schatten stand, war dieses nun ca. 1 1/2 Blenden unterbelichtet. Das haben ich dann mit einem entfesselten (Funk-ausgelöstem) Blitz wieder aufgehellt. Alles im manuellen Modus, da die Kamera bei solchen Lichtsituationen keine konstanten Werte liefert. Sobald ich da meinen Bildausschnitt verändere, wird es mit konstanten Ergebnissen schwierig.
Das Licht auf dem Modell hätte tatsächlich, wie von Julian und Christian im Blogg vermutet, auch von einem Reflektor von oben links kommen können. Der Schatten an der Stelle war aber so groß, dass wir dort kein Sonnenlicht hinbekommen hätten, also haben wir es mit dem Blitz (Aufsteckblitz mit Softbox) gemacht.
Markus war mit seiner Vermutung „angeblitzt“ auch auf dem richtigen Weg, jedoch ist mir diese Beschreibung nicht umfangreich genug. In die Verslosung der Gutscheine habe ich ihn dennoch mit rein genommen.

Mit in der Verlosung sind ausserdem: Jo Scho über Google+, Marcus TPunkt und Stefan Klinker über Facebook.
Die Gewinner nach Auslosung sind:
Christian Weiß, Ömer und Julian. Herzlichen Glückwunsch

Ausserdem haben Jo Echo und Simon Ullrich (über Google+) ein Eis gewonnen. Die Bilder sind in der Tat am Aachener Weiher in Köln entstanden.

Bitte schickt mir Eure Adressen für die Gutscheine und Bänder über die Kontaktseite auf der Photolodge an mich, damit ich Euch das Sendungen fertig machen kann.

Vielen Dank für die Teilnahme und herzliche Glückwunsch den drei Gewinnern.

Stephen

Deine Kamera besser kennen lernen kannst Du zum Beispiel bei unserem Einstellungen Meistern Workshop. Hier kannst Du dich anmelden:

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