Das eigene Fotoauge weiterentwickeln

Wenn die eigenen Bilder nicht mehr besser werden, die Ideen nicht sprudeln wollen und es sich beim rausgehen und fotografieren irgendwie komisch anfühlt, dann könnte es Zeit für eine Kreativspritze sein.

Wichtiger als die neueste Kamera oder dieses oder jenes besondere Objektiv ist es, das Auge regelmäßig weiter zu schulen um Motive zu entdecken und neue Impulse in die eigene Fotografie zu bringen. Eine Möglichkeit ist es, sich ein Thema, eine Form oder ein Schlagwort als Aufgabe zu geben und dann damit aufgeladen auf Motivsuche zu gehen.

Wenn du dich auf ein Thema konzentrierst, wirst du feststellen, dass dich immer mehr Dinge und Situationen „anspringen“, die du sonst nicht entdeckt hättest. Ich empfehle daher, immer mal wieder mit einem Schlagwort im Kopf loszuziehen, am besten auch mal über einen längeren Zeitraum, um dein Kreativzentrum zu trainieren und die Effekte der selektiven Wahrnehmung zu nutzen und zu schätzen lernen.

Bestes Beispiel: wenn du dir ein blaues Auto kaufst, denkst du, auf einmal fahren alle anderen auch blaue Autos. Stimmt aber nicht, nur dir fallen sie plötzlich mehr auf als Autos mit anderen Farben.

Bei einem Wochenendworkshop in Stuttgart haben die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 30 Minuten auf wirklich kleinem Raum ca. 50 unterschiedliche Sterne gefunden. Und auch in den beiden folgenden Tagen tauchten immer wieder neue auf, weil sie ihr Auge auf das Motiv Stern „angesetzt“ haben.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren. Du hast dein Thema gefunden? Dann freuen wir uns auf deinen Vorschlag in den Kommentaren oder auf der Facebook Seite der Photolodge.

Fotofrühstück 001. Zu Gast: Robert Kleine

Beim ersten Fotofrühstück, was eigentlich am Abend stattfand und eine Aufzeichnung einer Facebook Livesession war, war Robert Kleine zu Gast. Filmemacher, Cutter, Videograph, Kameramann, Content Creator und überhaupt der Mann am Set, der das gesamte Produkt mitdenkt.

Mit ihm unterhalte ich mich über Bildgestaltung bei Foto und Video, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Disziplinen. Und will damit alle anregen, die Kamera hochzunehmen und den Videoknopf zu drücken.

Einfach draufhalten

Eine der Hauptbotschaften: einfach machen. Material produzieren und – im besten Fall – schon an das spätere Produkt denken. Robert gibt viele Hinweise und Tipps, wie du dein nächstes Video oder auch deine nächste Foto-Diashow mit kleinen Videosequenzen aufpeppen kannst. Ende November werden wir uns wieder treffen und unsere Urlaubsvideos aus dem Herbstferien anschauen beurteilen und Manöverkritik üben.

Die Links aus dem Video:

Roberts Webseite: Frames a gogo

Der Blogartikel zum Stein

Das Videotraining: Kamerabasics

Bildgestaltung mit Stein

Bei unseren Events und Workshops geht es neben dem Kennenlernen der eigenen Kamera auch um wichtige Tipps und Regeln zu Bildgestaltung und Motivsuche.
Ein wichtiger Punkt dabei ist das eigene Hinterfragen nachdem ein Motiv entdeckt und das erste Bild davon im Kasten ist. Ist das Motiv schon richtig eingefangen? Sagt das Bild genau das aus, was gesehen wurde? Ist das gewünschte Motiv auf dem Foto genau so präsent wie du es mit dem Auge empfunden hast?
Bei einem der letzten Einzelcoachings sind meine beiden Teilnehmer und ich durch die Stadt gezogen und haben unser Auge mit immer neuen Aufgaben geschärft. Ein Beispiel ist diese Bildreihe mit dem Stein. Von der einfachen und langweiligen Dokumentation hin zur Inszenierung ist nicht viel nötig. Wenn ich mir vor Ort die Zeit nehme, mein erstes Ergebnis prüfe und noch weitere Sachen ausprobiere.

Ausgangssituation:

Ein hübscher Stein am Wegesrand weckt meine Aufmerksamkeit. Auf den ersten Blick gefallen mir die Form und die farblichen Akzente auf der Oberfläche. Der kleine Fels hat eine schöne Struktur. Das will ich festhalten, nehme die Kamera hoch und mache ein Bild.
Gut: Der Stein ist im Fokus, die anderen Steine sind unschärfer, dadurch gelingt es, den Blich auf mein Motiv besser zu lenken. Das Motiv ist nicht in der Mitte positioniert, sondern im linken Drittel des Bildes, das erzeugt Spannung. Die dynamische Diagonale gibt eine schöne Zweiteilung des Bildes.
Schlecht: Langweilige Perspektive, aus Augenhöhe fotografiert. Struktur und Farbigkeit des Steins sind für den Betrachter nicht wirklich das Hauptmotiv. Ziel verfehlt. Der zweite Stein lenkt durch seine Helligkeit ab von unserem eigentlichen Hauptmotiv.

Bild 02:

Schon besser, die Struktur kommt zum Vorschein, unser Motiv wird prominenter, durch die unterschiedliche Größe der Steine im Bild wird er zusätzlich gewichtiger. Die anderen Steine sind unschärfer als bei der ersten Aufnahme. Die Diagonale ist noch erhalten, die Perspektive schon wesentlich besser gewählt. Dem Betrachter wird deutlich, was das Motiv in diesem Bild sein soll.
Noch etwas näher dran ist dieser Versuch. Struktur und Farben kommen gut zum Vorschein, wir sind auf Augenhöhe mit dem Motiv, dadurch wird er immer größer. Zusätzlich haben wir den Stein in seine Umgebung eingebaut, zeigen also den Kontext, in dem der Stein zu finden ist. Damit rückt das Foto mehr in Richtung Reportage, das Bild fängt an, eine Geschichte zu erzählen.
Der Bezug zum Umfeld gefiel uns schon ganz gut, aber wir wollten noch mehr aus der Situation heraus holen. Entstanden ist dieses finale Motiv, der Stein dominant und stark im Vordergrund, Bäume, Wiese, und der Fernsehturm ordnen ihn an einen bestimmten Standort ein. Ein Ortskundiger kann nun erkennen, wo der Stein zu finden ist. Die Struktur, Farbigkeit und Form wird schön herausgearbeitet. Dabei war die Position und Abstand der Kamera zum Stein eine Frage von Zentimetern um das Bild so einzufangen. Der Stein versteckt 3 Abluftrohre von der drunter liegenden Tiefgarage, die das Bild extrem störten.

Fazit:

In der Retusche würde ich bei diesem Bild noch die helle Stelle unter dem Baum links wegmachen und die Lücke zwischen dem Baum und dem Stein schließen.
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