Fotoworkshop: Freude am Fotografieren!

„Die dicke Bedienungsanleitung habe ich gleich wieder zur Seite gelegt“, sagt Teilnehmerin Martina beim Blitzworkshop mit Patrick Ludolph von neunzehn72.de, „lieber lasse ich mir das zeigen, probiere es dann gleich aus und sehe den Effekt. So kann ich das viel besser verstehen und behalten.“ Schön, dass sie an der Stelle dran geblieben ist und sich für einen Fotoworkshop entschieden hat. Oft bleibt dann die Kamera gleich neben der Anleitung in der Ecke liegen, da die Ergebnisse nicht so werden, wie gehofft und die vielen Funktionen und Möglichkeiten einfach schier überfordern. Der Workshop soll „Licht ins Dunkel“ bringen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich bin zum „Entfesselt Blitzen“ Fotoworkshop nach Hamburg gefahren und sitze bei Patrick „Paddy“ Ludolph im Fotostudio zusammen mit 5 anderen TeilnehmerInnen bei Schorle und Snacks und bin voller Vorfreude. Denn heute bin nicht ich der Alleinunterhalter, sondern darf mich zurücklehnen und dem Kollegen lauschen und zusehen. Workshop andersrum. Die anderen im Fotokurs wünschen sich, dass der Knoten platzt und der Umgang mit Blitzlicht endlich zu guten Bildergebnissen führt. Bei Patrick sind wir dafür an genau der richtigen Adresse, wer seine Bilder kennt weiß, wie spannend und außergewöhnlich seine Art der Lichtführung ist. Als alter Hase im Workshop-Geschäft kann er Inhalte zudem sehr gut und auf den Punkt gebracht vermitteln.

So einfach?

Dabei geht er sehr pragmatisch vor. Zum Einstieg ins Thema braucht Paddy 5 Minuten, um den richtigen Umgang mit demBlitz in der Fotografie zu erklären. Wie? 5 Minuten? … Naja, zumindest grob theoretisch ist da schon alles angeschnitten, was an dem Abend noch kommen wird. Aber natürlich schweben jetzt noch viele Fragezeichen über den Köpfen der TeilnehmerInnen. Fragezeichen, die nach und nach durch die Erklärungen, Testbilder und Nachfragen aufgeklärt werden. So einfach? Kann nicht sein! Doch, im Grunde schon.

Wer sich schon mal die Bedienungsanleitung von einem modernen Aufsteckblitz vorgenommen hat, wird diese Vorbehalte verstehen. Im Workshop jedoch wird das Pferd anders aufgezäumt, oder auch: reduziere das Thema aufs Wesentliche und Du bekommst Klarheit und Erkenntnis. Der AHA-Effekt stellt sich ein.

WS-Blitzen

Sehr gut strukturiert und mit vielen Test- und Beispielbildern tauchen wir ein in die kreative Blitzfotografie. Zuerst bekommen wir die Technik in den Griff, schauen uns Hilfsmittel wie Funkauslöser und Lichtformer an und gehen dann fließend über in den Kreativprozess der gesteuerten Lichtsetzung.

Dabei wird jeder im Kurs mitgenommen, Fragen ausführlich beantwortet und Themen so oft wiederholt, bis allen das Vorgehen klar ist. So wird der Fotokurs zur Fotoschule, sogar mit Prüfung, doch dazu später mehr.

Gutes Licht muss nicht teuer sein.

Die verschiedenen Möglichkeiten des Lichtaufbaus sind dann auch so konzipiert, dass nicht unbedingt ein großes Budget nötig ist, um die Bilder im eigenen Heimstudio oder beim Outdoor-Shooting nachzustellen. Ganz im Gegenteil: frei nach der beliebten Bibelstelle: Du sollst mit leichtem Gepäck reisen!, sind die Setups günstig und reproduzierbar, auch ohne großes Fotostudio und tausenden von Euro für Lichttechnik oder wilder Materialschlacht. Das günstigste Setup an dem Abend ist für ca. 100 Euro (inklusive Blitz) schon realisierbar. Viele weitere natürlich auch, aber das liegt dann an der eigenen Kreativität.

Licht erkennen und nachstellen.

Die nächste Disziplin ist dann das Erkennen und Nachstellen von Licht-Setups. Eine sehr gute Schule für das Auge. Wir ziehen Bilder, deren Licht-Setups wir analysieren und mit dem Modell Maria und dem vorhandenen Equipment nachstellen sollen. Die Technik wird dabei von der Theorie in die Praxis geholt, viele weitere Fragen werden erklärt und Erkenntnisse gesammelt. Und auch für die erfahrenen Fotografen gibt es Denkanstösse, Ideen und neue Informationen. Es ist immer toll, wenn ein Fotograf seinen Zauberkasten öffnet und sich in die Karten schauen lässt.

Die TeilnehmerInnen heute sind gut drauf und knacken auch das schwierige Licht-Setup, das nachtestellt werden soll. Eine große Lichtfläche hinter dem Modell macht das Hauptlicht, von vorne wird mit Aufhellern das Gesicht ausgeleuchtet. Ein Setup das gefällt, und so hat Modell Maria Pause, weil jetzt jeder von sich so ein Bild haben möchte. Kameras werden herumgereicht, die TeilnehmerInnen wechseln zwischen Modell und Fotograf und produzieren eine Serie von starken Bildern fürs eigene Portfolio oder die Fotogalerie bei Facebook. Schade, ich bin hinter der Kamera geblieben und ärgere mich jetzt beim Schreiben über mich selbst, dass ich von mir kein Bild in dem schicken High-Key Setup habe.

Als dann das Bild mit den bunten Farbblitzen im Hintergrund fotografiert wird und die Blitze durch ihr Piepkonzert signalisieren, dass sie wieder startklar sind, strahlt Patrick über das ganz Gesicht: „Musik in meinen Ohren.“

WS-Blitzen

Ich kann das auch?

Am Ende des Abends haben die Bilder auf den Speicherkarten eine beachtliche Qualität erreicht. Für mich hat sich der Trip nach Hamburg gelohnt, es gibt immer wieder Details, die man noch nicht weiß, Sachen, die Kollegen anders machen, interessante Vorgehensweisen und neue, kreative Ansätze werden auch meinen zukünftigen Umgang mit dem Blitz beeinflussen. Zudem habe ich wieder eine handvoll netter Menschen kennen gelernt, denen ich sonst nicht begegnet wäre. Zufrieden haben wir Patricks Studio nach dem 4 Stunden dauernden Workshop verlassen.

Und Martinas Bedienungsanleitung wird wohl in der Ecke liegen bleiben – die braucht sie nicht mehr.

Feuer gefangen?

Wenn es Dich reizt, auch mal einen Workshop zu besuchen, dann kann ich den Kollegen Patrick Ludolph in Hamburg nur  wärmstens empfehlen. Wenn Du in Köln und Umgebung wohnst, lohnt es sich, einen Blick in das Angebot der Photolodge an Workshops und Kursen zu riskieren. Wenn Du nicht sicher bist, was für Deinen Kenntnisstand das Richtige ist, ruf einfach kurz an oder schicke mir eine E-Mail, ich berate Dich gerne ausführlich vorab.

Viele gute Fotos wünscht
Stephen

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